Die Wochen danach

Viele liebe Worte erreichten uns, Freunde haben angerufen und haben uns besucht. Das war eine Ablenkung, die uns gut getan hat. Es ist schön zu wissen, dass man in so schwerer Zeit nicht allein ist. Wir haben einige neue Freunde, die auch einen Verlust ertragen mussten.

Danke den wahren Freunden.

Kurz angemerkt:
Es gibt auch die andere Seite – Leute denen man in ihrer schweren Zeit zur Seite stand – rührten sich gar nicht. Hunderte haben wochenlang den Artikel über unsere Deltje gelesen, einige kamen mehrfach und verlinkt wurde auch – was für eine Anteilnahme. Man schreibt sich bei Facebook die Finger wund, einige entfreunden oder ignorieren uns – aus unterschiedlichen Gründen. Schlimm, wenn in so einer schweren Zeit – Leute solche offenen Entscheidungen treffen. Bei einer “FB-Freundin” habe ich mir die Mühe gemacht und nachgefragt, das Thema geklärt… Den Rest habe ich blockiert oder ignoriere ich künftig – feine Sache.
Vielen Dank, dass ich wieder fürs Leben lernen durfte und wünsche all diesen Leuten – jeder darf sich “seinen Schuh” anziehen – das Kräftigste!

“Schlimm ist nicht der Verlust, sondern die Erkenntnis, sich in einem Menschen so geirrt zu haben…” (Unbekannter Verfasser)

Das Leben geht weiter – keine Frage und der Alltag hat uns eingeholt.

Es fällt immer noch schwer über Deltje zu schreiben oder reden und Fotos ansehen geht noch gar nicht – die Tränen schießen sofort. Ihr müsst also noch etwas Geduld haben, bis ich ein Memory von ihr erstellen kann.

Es ist verdammt ruhig um uns geworden – es gibt sehr viele Änderungen, die Abläufe organisieren sich ganz neu. Jetzt wird sichtbar, wie viel Zeit unsere kleine Lady notwendig hatte, sich alles um ihre Bedürfnisse drehte.

Keiner bettelt lautstark und reagiert auf jede Bewegung, die ein Leckerlie bieten könnte – keiner spielt mit dem Kong, keiner kann das Äffchen so perfekt. Keiner präsentiert sich so super vor der Kamera. Ich habe schon überlegt diese abzuschaffen…

Jeden Abend – vor der letzten Pipirunde – wurde ihr Futter eingeweicht und ein Leckerlie angeboten, damit sie aufsteht. Sie hatte abends keinen Bock eine letzte Runde zu machen. So angelockt funktionierte es, denn ihre Blase sollte nicht unnötig belastet sein.
Tamino geht noch immer in die Küche und guckt erstaunt um die Ecke, wenn ich vorbei gehe und kein Leckerlie präsentiere.

In den letzten Monaten gab es nur kurze Runden, weil Deltje nicht mehr so weit konnte und in der letzten Woche waren die Jungs ohne Deltje und Frauchen unterwegs. Wir unternehmen jetzt wieder lange – ausgedehnte Spaziergänge, was die Jungs genießen. Wir treffen Hundefreunde und die Jungs toben wie doof. Das war mit Deltje in letzter Zeit schwierig, weil sie ein ausgeprägtes “meine” unterwegs zeigte – wir vermieden jeden Stress für sie.

Wir trafen einen Nachbarn… Er fragte: “Na – ihr habt wohl einen Hund verloren und sucht jetzt?” Ich:”Ja wir haben einen verloren, wissen aber wo sie ist.” Dem Nachbarn schoss das Blut in den Kopf. “Oh – entschuldigt, ich habe das nicht mitbekommen und wollte einen lustigen Spruch lassen.” Ich: “Nicht schlimm – die Frage passte ja eigentlich.”

Eine Spaziergängerin lief – wie immer – am Haus vorbei und rief alle Hunde. “Wo ist Deltje? – schläft sie?”  Herrchen: “Ja – im Garten.”  Die Frau fing an zu weinen und sagte: “Es tut ihr so leid um diese tolle Hündin.”

Ich werde oft gefragt, wie Tamino und Habi die “Trennung” verkraften.
Jetzt wird ganz stark offensichtlich, wer was ist. Habi wurde ursprünglich in die Familie aufgenommen, damit Tamino nicht allein ist, wenn Deltje gehen muss. Tamino ist allein.

Habi ist ein Einzelhund mit mehreren Phobien – er könnte auch gut allein leben. Morgens erscheint er zum “Frühstück”, macht richtige Freudentänze, wenn Auto angesagt ist. Er tobt auf der Wiese kurz und fertig. Kaum zur Haustür rein – verkrümelt er sich in seine “Hütte” und schläft dort mehrere Stunden. Ich kann rufen und locken – gelegentlich kommt er gucken und legt sich in meiner Nähe. Er ist ein Männerhund und rüht sich, wenn Herrchen heim kommt oder Ronny auftaucht. In diesem Moment ist er nicht zu erkennen – flippt total aus, um wenige Minuten später in seiner “Hütte” zu verschwinden.
Ich lass ihm diese Ruhe und merke, dass er nicht “mein” Hund ist.

Tamino – ist sehr ruhig – fällt jetzt erst wieder stark auf. Er ist da – mein ständiger Schatten und einfach nur lieb. Die langen Spaziergänge in neuer Umgebung – auch ohne Habi – unheimlich viele Düfte lasten ihn völlig aus – er schläft danach fest. Ich beschäftige ihn viel mit der Nase. Wir konnten wettertechnisch viel baden gehen, was er sehr gern macht.
Bekommt er in der Küche stehend seinen Käse – sieht er sich um, ob Deltje kommt. Ich denke das es richtig war, die beiden Jungs Abschied von Deltje nehmen zu lassen. Wie weit der Verlust bei Tamino nachwirkt kann ich im Moment schlecht einschätzen – sie ist geruchstechnisch noch im Haus. Wir vermeiden in seiner Gegenwart ihren Namen.

Ich muss jetzt einen Weg finden, wie ich wieder schöne Fotos bekomme, da beide Jungs nicht wirklich posieren wollen, was Deltje super gemacht hat…

Hier ein paar Versuche…

Alle meine Entchen…Schwänzchen in die Höh?

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Habi geht nur bis zum Bauch ins Wasser…

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Leicht genervt – man wurde beim Schnüffeln unterbrochen und der andere schaut lieber nach den Urlauber-Fliegern aus Frankfurt…

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Kommentare

  1. avatar
    Kerstin Förtsch  August 21, 2014

    Danke für den Bericht und die Fotos. Wir finden es toll, dass Du uns so auf dem Laufenden hältst, und interessant. Und, bitte nicht die Kamera abschaffen! Wollen doch weiterhin Hanns tollen Papa und den kleinen schwarzen Floh aktuell bestaunen können. Liebe Grüße aus Oberfranken! Kerstin mit Hann und Heiner.

    antworten

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