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Lebwohl kleine Deltje

20.03.2001 – 01.07.2014

Ich habe unsere liebe Maus heute über die Brücke gehen lassen.

Deltje tobt nun wieder schmerzfrei mit ihrem Kong über die Wiesen im Regenbogenland und wird sicherlich das eine oder andere Leckerlie abstauben. Sie liebt Möhrchen!

Heute haben wir Deltje erlöst – um 15:45Uhr ist sie ganz friedlich eingeschlafen.

Die Vorfälle der vergangenen Tage machte diese Entscheidung notwendig. Ich habe Deltje ihren letzten Tag – bei uns auf Erden – ganz ruhig gestaltet und sie hat mir gezeigt, dass sie Ruhe und Frieden sucht. Ich habe ihr – über den Kopf streichelnd versprochen, dass sie bald schmerzfrei und zufrieden sein wird…

Der Tag
Um 5Uhr war sie super drauf und schmatzte – sicher stehend – zügig ihre Portion. Oh – ein Hoffnungsschimmer und Ausrede nicht zum Tierarzt zu müssen? Nach einer kleinen Pause ging es in den Garten. Hier erlebte ich leider wieder den Gau. Sie brach unvermittelt zusammen und quälte sich im laufen die Würstel raus. Sie setzte sich dann und machte Pause. Nach 10Minuten hatte sie wieder Kraft, um die Stufen hoch und ins Haus zu gehen. Ich bin körperlich und psychisch am Ende. Da war es wieder – so geht es nicht mehr… Herrchen wollte sie noch schnell nach oben tragen, weil er zur Arbeit musste. Das habe ich unterbunden, weil sie ja wieder runter muss. Ich habe also meinen Tag mit möglicher Arbeit in die unterste Etage verlegt und die Jungs leisteten ihr – um sie herum – Gesellschaft. Deltje lag – in ihre Decke gehüllt – total entspannt und schlief fest.

Das Wetter erlaubte uns die Haustür weit aufzumachen und so konnte sie Sonne und frische Luft genießen. Gegen Mittag sollte eine Pipirunde gemacht werden, aber Deltje hatte keine Lust aufzustehen. Kurzerhand habe ich Tamino als Lockvogel aufgefordert und schwupps – Deltje lief mit und machte ihr Geschäft. Hurtig steuerte sie wieder auf ihre Liegefläche – ließ sich in die Decke mummeln und schlief weiter.

Am Nachmittag kam Herrchen und bevor ich es unterbinden konnte – stand Deltje – wedelte IHR Herrchen an und erzählte ihm voller Freude. Er trug sie hoch und schon stand sie – wackelig – in der Küche und bettelte laut. Grausig – das wird uns alles so fehlen. Herrchen äußerte, dass es ihr gut ging und wir könnten doch noch warten. Muaaahh – worauf warten? Ihr geht es schlecht und wir dürfen sie nicht weiter quälen.

Dann kam die Zeit und Deltje wurde ins Auto gehoben. Die Tränen schossen mir – zum 100.mal an diesem Tag – in die Augen.

Die Tierärztin kam auf unseren Wunsch zum Auto und untersuchte Deltje – erkundigte sich nach der Problematik. Sie hat ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu Deltje, was Deltje total entspannen ließ. Die TÄ fragte uns – sie muss Alternativen erwähnen – ob wir nicht noch eine Schmerztherapie machen wollten. Herrchen schnupperte Hoffnung. Man kann sie auch mit Spritzen gegen die Schmerzen behandeln, die stärker als ihre Tabletten sind. Also werden – können ja nicht – die eigentlichen Ursachen nicht behoben sein – was bringt das bitte. Zeit für uns – auf Kosten von Deltje? Nein. Die Tierärztin sagte ok – ich stimme ihrer Entscheidung zu. Es ist ja nicht nur die Wirbelsäule – Deltjes Tumore bereiten ihr inzwischen beim Fressen auch schon Probleme…

Die Tierärztin ging in die Praxis und kam mit Spritzen und ihrer Assistentin zurück. In aller Ruhe erklärte sie uns – insbesondere dem Herrchen – das sie einen Zugang legen wird und wie die Narkose zur Erlösung führt. Er soll Deltjes Köpfchen ruhig halten und streicheln. Ich schaute mir das Drama durch die Seitenscheibe an.

Es ging alles ruhig und schnell ab – Deltje leistete keinen Wiederstand. Sie schlummerte schnell ein – dann folgte eine sehr, sehr schnelle Atmung – dann nur noch vereinzelt und dann war sie erlöst…. Schrei – heul – ich kann nicht mehr… Herrchen lief weg und weinte. Ich bekam urplötzlich wahnsinnig stechende Kopfschmerzen – die Anspannung der letzten Tage geballt.

Zu Hause angekommen betteten wir Deltje in die kalte Garage und holten die Jungs. Habi schnüffelte ganz aufgeregt an Deltjes Körper und ging zum Kopf. Er leckte ihr ganz vorsichtig die Nase und lief verunsichert zu Herrchen. Tamino schnüffelte aufgeregt und als er am Kopf ankam machte er einen Schritt zurück und presste sich ganz eng an mein Bein und schmuste intensiv mit mir. Ich meine es ist wichtig, dass sie wissen was mit ihr ist.

Am Abend haben wir Deltje an ihrem Lieblingsplatz im Garten beigesetzt und ich werde noch eine schöne Blumenschale pflanzen.

Herrchen ist fertig mit der Welt und ins Bett. Für mich ist es eine doppelte Belastung, weil ich Herrchen überzeugen muss, dass sich Deltje gefreut hat als er nach Hause kam, aber er sie nicht getötet hat. Er wird seine Deltje sehr stark vermissen. Ich sitze hier – habe letzte Nacht wenig geschlafen, nix gegessen, aber zig Liter Kaffee getrunken – viel zu viel geraucht und schreibe das Gewesene. Ich heule – obwohl ich weiß, das ich das richtige für Deltje getan habe und hoffe, dass ich den Schmerz bald in die vielen positiven Erinnerungen umsetzen kann. Ich werde ein schönes „IN MEMORY“ erarbeiten und hier veröffentlichen.

 

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